Dieser Tag startet mit Regen... mit viel Regen.
Kurz beratschlagen wir ob wir nicht besser in Richtung Süden zum Gardasee umschwenken sollen,
denn das Wetter sieht da, wo wir hin wollten nicht viel besser aus.
Da es aber auch südlicher von uns laut Wetterbericht nicht gigantisch schöner ist beschließen wir
den Plan beizubehalten und erstmal ins "Berggasthaus Beverin" (1880m) zu fahren.
Also Regenpelle in der Garage überstülpen und auf gehts...
Hmm, warte mal. Zwei Regenhosen aber keine Jacke?
Verdammt. dabei habe ich den Schei* doch vier oder fünf Mal kontrolliert.
Wahrscheinlich ein Mal zuviel.
So fuhren wir erst nach Brixen zum tanken, danach paar Meter weiter in einen Mopedklamottenladen.
Dort kaufte ich für 60€ (!) einen ital. Regenanzug.
Somit hatte ich jetzt drei Regenhosen und eine Regenjacke.
Egal. Jacke angezogen und ab geht die Post.
Aufgrund des Wetters fuhren wir runter bis Bozen auf der Autobahn.
Von Bozen ging es wieder hinauf bis Meran, hier wurde es erstmal wieder trocken.
Bozen, Meran und alle etwas größeren Ortschaften Richtung Schweiz
sind hoffnungslos mit Autos vollgestopft.
Ich schätze um Bozen mit dem 4rad zu durchqueren
brauchte man an diesem Tag bestimmt zwei Stunden.
Wir fuhren in ital. Manier an allem vorbei und kamen so recht zügig voran.
Wegen des schlechten Wetters gibt es keine Fotos von der Strecke.
War aber auch nichts besonders aufregendes dabei.
Nun sollte es aber losgehen.
Letzter Stop vor der heutigen Pässefahrt ist Oris/I.
Hier mussten wir uns entscheiden. Fahrt über Stilfser Joch (2758m)
oder die etwas kürzere Strecke über
den Ofenpass (2149m)?
Da es trocken war... und wir heiß... wählten wir den Weg über das Stilfser Joch.
Die Anfahrt war trocken und mit sehr wenig Verkehr.
Der Aufstieg begann mit dem Weg über die Stilfser Brücke
und schöne Kurven zum warm werden.
Und dann hatten wir den Pass vor uns...
...
48 Kehren waren angeschlagen! Jeder fuhr für sich den Weg hinauf.
Einfach nur geil.
Oben auf dem Pass ist Rummel. Tja, das gehört wohl einfach dazu.
Wir schlendern etwas umher, schiessen paar Fotos und fahren weiter.
Schließlich müssen wir noch eine ganze Ecke schaffen.
Ab Bormio, die nächste Stadt nach dem Stilfser Joch aus unserer Richtung, hatten wir wieder Regen.
Ändern können wirs nicht, also ab durch die Mitte.
In Bormio nahmen wir den Abzweig Richtung Livingo. Auf dem Weg dahin passierten wir noch den
Foscagnopass (2291m) und das Formarinjoch (1871m).
Auf dem Foscagnopass hat Tim mal eben beim Pinkeln seinen Mopedschlüssel im Dschungel verloren.
Schöne Schei*e.
Aber mit vereinten Suchkräften haben wir ihn zum Glück nach ca. 10min wieder gefunden.
Während der Sucherei begeneten uns einige andere Truden aus Offenbach.
Sie mussten sich in die Reihe der Wartenden bei der Policia Financial einreihen.
Liebe Grüße an der Stelle, vielleicht liest es ja einer!
Unwissenderweise befanden wir uns nun schon im finanziellen Paradies.
Das merkten wir aber erst später als am Wegesrand etliche Zigaretten- und
Schnpasläden standen die recht gut besucht waren.
Endgültig Klarheit hatten wir an der Tankstelle in Livingo... 88ct für einen Liter Super.
Das nenn ich Super!
Aus diesem Grund beschlossen wir auch neugierig einen Supermarkt zu inspizieren.
Wow... der Himmel auf Erden.
1l Jack Daniels für 11€, 1l Glen Grant Single Malt für 9€. Schade das wir wenig Platz hatten ;-)
Aber der Abend war gerettet und der Regen war uns mittlerweile Schei*egal.
Nachdem Schlüssel im Schloß und Whisky verstaut waren machten wir uns auf die Reise um Italien zu verlassen.
Wir befuhren den Livingopass (2315m) und verliesen somit Italien und das Duty-Free-Paradies.
Kurz nach der Italienisch-Schweizerischen Grenze bogen wir rechts ab und
nahmen zügig den Berninapass (2230m) unter die Räder.
Vorbei an St. Moritz/CH und seinem bekannten See nahem wir Kurs auf den Julierpass (2284m).
Hier war es wieder sehr kalt und immernoch feucht.
Die restlichen Kilometer bis Thusis/CH spulten wir schnell ab.
Von Thusis/CH gab es nochmal einen abteuerlichan Anstieg von 14km zum Glaspass
wo auch das "Berggasthaus Beverin", unser Ziel, stand und hoffentlich noch steht.
Endlich war es geschafft. Von ca. 330km haben wir 230km im Regen gefahren... uncool.
Aber wir wurden belohnt.
Sabine und Madelaine nahmen uns herzlich auf während Willy noch in der Küche schuften musste.
Wir beschlagnahmten unser Zimmer (1. Foto in der unteren Galerie),
gingen Duschen und Umziehen und dann zu Tisch.
Und hier ein kurzer Rundgang, oder besser Aufstieg zum "Zwergenzimmer" ;-)
Der Abend wurde noch lang und sehr gemütlich... wir saßen am beheizten Kachelofen.
Hier mal ein Blick in das Berggasthaus und ein paar Zimmer.
Später kommt noch mehr.
Und zum Schluß noch die heutige Route... ca. 330km:
Tag 4 ist Geschichte!